Und jährlich grüßt das Murmeltier – warum eigentlich?

Murmeltiere und Timeloops? Diese Kombination kennen wir wohl nur aus dem Fernsehen – weit gefehlt, diese Tradition gibt es wirklich.

 

Was ist der Murmeltiertag?

 
Am 2. Februar jeden Jahres wird in den USA und Kanada das kulturelle Ereignis des Murmeltiertags zelebriert. Am bekanntesten für diesen Brauch ist wohl Punxsutawney, Pennsylvania. Dort wurde der Tag zum ersten Mal am 02.02.1887 gefeiert. Seitdem strömen jährlich tausende Besucher in Punxsutawney ein, um zu beobachten wie das vorsitzende Murmeltier Phil aus seinem Erdloch hervorkommt und seinen Schatten bestaunt. Sieht das Murmeltier seinen Schatten, geht es wieder zurück in sein Erdloch und es wird behauptet, dass der Winter noch weitere 6 Wochen andauert. Ist hingegen kein Schatten zu sehen, hat der Frühling begonnen.
 
International bekannt wurde dieses Konzept durch den Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“ mit Bill Murray und Andie MacDowell. In diesem Film wurde auch das Murmeltier Phil zum Fernsehstar.
 
Schaut man sich die Trefferquote der Murmeltiere an, könnte man denken, dass die Tiere mit der Zeit geübter wurden in der Wettervorhersage. Die Trefferquote der kleinen Weissager, bezogen auf den Zeitraum von 1887 bis heute, liegt bei 39%. Betrachtet man jedoch die letzten 20 Jahre liegt die Quote bei erstaunlichen 59%!
 

Wo kommt der Brauch her?

Der Murmeltiertag hat seinen Ursprung noch fünfzig Jahre zuvor, im Jahr 1837 in Deutschland. Sammlungen von Regeln zur Wettervorhersage vom Dachs oder vom Bären besagen:
 
  • „Sonnt sich der Dachs in der Lichtmesswoche, geht auf vier Wochen er wieder zu Loche“.
  • „Wenn um Lichtmeß der Dachs noch im Loche bleibt, kommt späterhin noch Kälte“.
  • „Wenn der Bär auf Lichtmess seinen Schatten sieht, kriecht er wieder auf vierzig Tage in die Höhle“
 
in Westfalen wurde 1859 erläutert:
 
  • „Wenn der Dachs zu Maria Lichtmeßen, mittags zwischen 11 und 12 Uhr seinen Schatten sieht, so muß er noch vier Wochen in seinem Baue bleiben.“
 
Deutschsprachige Einwanderer in Pennsylvania wollten natürlich auch dort nach den Regeln des Dachses das Wetter bestimmen. Damit stießen sie allerdings auf das Problem überhaupt Dachse zu finden – denn die gibt es dort nicht. Als Ersatz kam das Waldmurmeltier zum Einsatz und die Grundsteine des Murmeltiertags wurden gelegt.
 
Erste Belege für den Brauch in Pennsylvania führen zurück zum 04.02.1841. An diesem Tag schrieb ein Ladenbesitzer namens James Morris in sein Tagebuch:
 
  • „Last Tuesday, the 2nd, was Candlemas day, the day on which, according to the Germans, the Groundhog peeps out of his winter quarters and if he sees his shadow he pops back for another six weeks nap, but if the day be cloudy he remains out, as the weather is to be moderate.”
 
Wer also wissen will wie das Wetter in den nächsten Wochen wird könnte sich einen Unterschlupf suchen und beobachten. Jedoch liegt bei heutigen Wettervorhersagen die Trefferquote bei weit über 59%, sie sind einfacher abzufragen und erlauben es uns die Tiere in Ruhe zu lassen. ;)
 
Von Simon Eli

Einen Kommentar hinterlassen

Alle Kommentare werden moderiert, bevor sie veröffentlicht werden.

Vielleicht was für dich?

“The single biggest threat to our planet is the destruction of habitat and along the way loss of precious wildlife. We need to reach a balance where people, habitat, and wildlife can co-exist – if we don’t everyone loses … one day.” 

— Steve Irwin