Plastikfasten

Sollte unsere Zivilisation einmal untergehen und die Generationen Jahrhunderte nach uns graben nach Fundstücken vergangener Zeiten, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass nicht etwa fossile Knochen zum Vorschein kommen, sondern viel mehr eine Unmenge von Plastikverpackungen. Die Weltweite Produktion von Plastik beläuft sich auf 359 Millionen Tonnen. Davon fallen 61,8 Millionen Tonnen allein auf Europa. Doch das ist natürlich den Meisten nichts neues und deshalb wollen wir heute mal ein Auge darauf werfen, wie man durch gezieltes Plastikfasten den Verbrauch des unnatürlichen Rohstoffs auf ein Minimum reduzieren kann.


Die Lage in Deutschland

Wie bereits oben erwähnt, werden allein in Europa 61,8 Millionen Tonnen Plastik im Jahr hergestellt. In Deutschland fallen dabei pro Kopf 37 Kilogramm Kunststoffverpackungen an, was uns leider zu einem traurigen Spitzenreiter macht. Da dies deutlich über dem Durchschnittswert von 31 Kilogramm pro Kopf liegt. Dabei sind mindestens ein Viertel des hergestellten Plastiks Verpackungen, knapp 25% werden u.a. für das Bauwesen, sechs Prozent für Elektronik und 11% für den Automobilsektor. Besonders ärgerlich: Allein 2,5 Milliarden Plastiktüten werden in Deutschland jährlich verbraucht und diese Tüten haben im Durchschnitt gerade mal eine Gebrauchsdauer von 25 Minuten.

Verschwendung und Belastung

Ein Kilogramm Plastik benötigt circa die Doppelte Menge an Öl für dessen Produktion. Vor allem die Wiederverwendbarkeit ist dabei besorgniserregend, da lediglich 39 Prozent des anfallenden Plastiks seinen Weg zurück in die erneute Plastikproduktion findet. Alles andere wird in Müllverbrennungsanlagen verbrannt, was eine immense Belastung für unser Klima bedeutet. Denn: Bei der Verbrennung von einem Kilogramm Plastik, befördern wir die doppelte Menge CO2 in die Atmosphäre.

Wie kann ich meinen Plastikverbrauch reduzieren?

Jeder einzelne kann seinen Verbrauch reduzieren, indem besonderes Augenmerk darauf gelegt wird, dass Produkte aus Alternativmaterialien wie Stoff, Papier oder Metall so lange wie möglich genutzt werden. Denn auch wenn die Plastiktüte durch einen Jutebeutel ersetzt wird, hat dies keinen besonders positiven Effekt auf die Umwelt, wenn bei jedem zweiten Einkauf ein neuer Jutebeutel gekauft wird. Um eine kleine Starthilfe zu geben, sind hier fünf Tipps, die bei Umsetzung bereits für einen Unterschied sorgen können:

  • Plastiktüten komplett vermeiden
    Wer beim Einkaufen darauf achtet, immer einen Jutebeutel oder eine ähnliche Alternative dabei zu haben, leistet bereits einen guten Teil zum reduzierten Verbrauch von Plastik. Wichtig: Auch “Bio”-Plastik sollte vermieden werden!

  • Produkte mit Plastikverpackungen reduzieren
    Beim Einkauf kann darauf geachtet werden, dass hauptsächlich die Produkte den Weg in den Einkaufswagen finden, die mit möglichst wenig oder gar keinem Plastik verpackt worden sind.

  • Mehrweg statt Einweg
    Greife, wo immer es geht, zur Glasflasche statt zu Plastikbehältern.

  • Achte beim Kauf von Kosmetik auf Mikroplastik
    Viele Kosmetikprodukte enthalten sog. Mikroplastik, was nicht nur eine Gefahr für unsere Umwelt darstellt, sondern auch für unseren Organismus. Siehe dazu unseren Blogeintrag zu Mikroplastik für weitere Infos.

  • Bewusst unterwegs sein
    Achtet draußen auf herumliegenden Müll und nehmt hier und da mal ein paar Dinge mit und entsorgt im nächstgelegenen Mülleimer. Das tut nicht weh und hilft enorm, wenn alle mitmachen. 

Von Christian Anton


Quellen:

https://www.bund.net/themen/chemie/achtung-plastik/plastikfasten/

http://plastikfasten.info/

https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/alltagsprodukte/20265.html

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“The single biggest threat to our planet is the destruction of habitat and along the way loss of precious wildlife. We need to reach a balance where people, habitat, and wildlife can co-exist – if we don’t everyone loses … one day.” 

— Steve Irwin