Die Gefahr von Fast Fashion

Mode ist ein fester Bestandteil unserer Kultur und wir als Menschen definieren uns zu einem großen Teil über die Kleidung die wir tragen. Dabei sind vor allem die Kleidungsstücke großer (und zumeist billiger) Modehäuser für viele interessant. Doch woher kommt die Kleidung und wieso stellt genau dieses Geschäftsmodell der billigen Mode eine große Gefahr für unsere Umwelt dar?

 

Was ist überhaupt Fast Fashion?

Der Begriff “Fast Fashion” ist mittlerweile schon vielerorts zu einem richtigen Kampfbegriff geworden. Dabei ist allerdings oft unklar, was genau der Begriff beschreibt. Deswegen hier drei Definitionen aus verschiedenen Quellen:


“Fast Fashion kann als billige, trendige Kleidung definiert werden, die in halsbrecherischer Geschwindigkeit Ideen vom Laufsteg oder aus der Promi-Kultur aufgreift und in Kleidungsstücken in den Läden auf der Straße verarbeitet.” - Good on You


“Der Begriff "Fast Fashion" wird von Modehändlern verwendet, um preiswerte Designs zu beschreiben, die sich schnell vom Laufsteg in die Geschäfte bewegen, um neue Trends aufzugreifen. Als Folge dieses Trends wird die Tradition der Einführung neuer Modelinien auf saisonaler Basis in Frage gestellt. Heutzutage ist es nicht ungewöhnlich, dass Modeeinzelhändler innerhalb einer Woche mehrmals neue Produkte einführen, um im Trend zu bleiben.” - Investopedia


“Ein Ansatz für das Design, die Kreation und die Vermarktung von Bekleidungsmoden, bei dem der Schwerpunkt darauf liegt, die Modetrends schnell und kostengünstig für die Verbraucher verfügbar zu machen.” - Merriam Webster

Also geht es bei Fast Fashion hauptsächlich um schnelle, billige und austauschbare Kleidung, die jeden Trend möglichst schnell abbilden und in den jeweiligen Läden angeboten werden soll. Es werden also Designermarken von den großen Textildiscountern im großen Stil kopiert und natürlich für einen Bruchteil des Preises in Massen angeboten – oftmals zu Lasten der Qualität. Vor nicht allzu langer Zeit gab es in der Modeindustrie 4 große Saisons zu den verschiedenen Jahreszeiten, mit jeweils eigenen Kollektionen, auf die längere Zeit hingearbeitet wurde. Heutzutage produzieren Fast Fashion-Marken etwa 52 "Mikro-Saisons" pro Jahr. Das bedeutet mindestens eine neue "Kollektion" pro Woche. 


Das Problem an der schnellen Mode

Der Konsum an billiger und dadurch schnell ersetzbarer Kleidung stellt eine große Belastung für die Umwelt dar. Allein in den USA kauft der Durchschnittsamerikaner 64 Kleidungsstücke im Jahr, vieles davon landet bereits nach ein paar Monaten wieder im Müll. Viele Spende-Stationen sind deswegen oftmals überfüllt, sodass vieles einfach neben den Containern landet und dadurch nicht mehr verwendbar ist. Auch wenn wir bei Fast Fashion beim Preis sparen, zahlen wir also an anderer Stelle. Die Bekleidungs- und Schuhproduktion ist derzeit für 8,1 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich, das ist so viel wie die gesamte Klimawirkung der Europäischen Union. Das erwartete Wachstum des weltweiten Bekleidungs- und Schuhmarktes, das von den Euromonitor-Analysten bis 2030 auf rund 5 Prozent pro Jahr geschätzt wird, birgt die Gefahr, "eine beispiellose Belastung der planetarischen Ressourcen" zu verursachen, indem die jährliche Modeproduktion auf mehr als 100 Millionen Tonnen gesteigert wird, so der Bericht.


Die Antwort: Slow Fashion

Was sich nach einem fast schon banalen Rat anhört, ist allerdings tatsächlich ernst gemeint: Die Lösung liegt in dem Unterstützen von Slow-Fashion-Herstellern. Slow Fashion ist eine Bewegung hin zu einer achtsamen Herstellung, fairen Arbeitsrechten, natürlichen Materialien und nachhaltigen Kleidungsstücken. Bewusste Mode bedeutet, dass es Marken, Gemeinschaften und Einzelpersonen gibt, die für die Sicherheit unserer Erde und unserer Mitmenschen kämpfen. Der Kauf eines Kleidungsstücks von einer verantwortungsbewussten Marke stellt sicher, dass Du ein Qualitätsprodukt erhältst und diejenigen schützt, die es am meisten brauchen.


Von Christian Anton


Quellen: 

https://www.thegoodtrade.com/features/what-is-fast-fashion

https://www.vox.com/2019/9/12/20860620/fast-fashion-zara-hm-forever-21-boohoo-environment-cost

https://www.bloomberg.com/news/articles/2020-03-16/h-m-s-china-sales-drop-24-retailer-closes-shops-in-europe

Netflix: Patriot Act, Folge vom 24.11.2019

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“The single biggest threat to our planet is the destruction of habitat and along the way loss of precious wildlife. We need to reach a balance where people, habitat, and wildlife can co-exist – if we don’t everyone loses … one day.” 

— Steve Irwin