Der Einfluss des Corona-Virus auf die CO2 Emissionen

Die Welt steht still seitdem die weltweite Pandemie durch das Coronavirus Fahrt aufgenommen hat. Viele Länder haben Ausgangssperren oder -beschränkungen einführen müssen und der nationale und internationale Flug- und Autoverkehr sowie die industrielle Produktion ist stark eingeschränkt. Das hat natürlich auch Auswirkungen auf die Umwelt. Schauen wir doch mal genauer darauf.

Schaut man auf die momentane Lage in Italien, kommt man sich vor wie in einem Endzeit-Film. Alle Unternehmen außer Apotheken und Lebensmittelgeschäften haben ihre Türen geschlossen. Die Fluggesellschaften streichen Flüge, und Straßensperren hindern die Menschen daran, einige Städte zu verlassen oder zu betreten. Diese massiven Einschränkungen im Alltag der Menschen könnte einen Nebeneffekt haben: Der Rückgang der Kohlenstoffemissionen. 

Allein in China, dem weltweit größten Kohlenstoff-Produzenten, ist laut Experten die Emission der Treibhausgase um 25% zurückgegangen und schaut man sich die Satellitenbilder von Italien an, sieht man deutlich einen Unterschied in den Emissionen. 

Satalitenbild über Italien - CO2 Emissionen seit CoronaLinks: Emissionen im Januar über Norditalien. Rechts: Emissionen im März

Der Rückgang nur eine Momentaufnahme?

Diese Auswirkungen sind nicht völlig unerwartet. Die Geschichte deutet darauf hin, dass globale Katastrophen, insbesondere solche mit größeren Auswirkungen auf die Wirtschaft, tendenziell zu einem vorübergehenden Rückgang der Kohlenstoffemissionen führen. Die Rezession von 2008 ging beispielsweise mit einem vorübergehenden Rückgang der globalen Kohlenstoffemissionen um ca. 5% einher. Allerdings nahmen diese, wie bekannt, in den Jahren danach nur umso mehr zu.

Auf lokaler Ebene sind die Auswirkungen einer Epidemie auf das Klima außerdem komplexer - sie hängen wahrscheinlich von einer Vielzahl von Veränderungen in der Art und Weise ab, wie die Menschen ihr tägliches Leben gestalten, von der Häufigkeit, mit der sie ihre Wohnung verlassen, über die Art und Weise, wie sie in ihren Städten reisen, bis hin zur Art und Weise, wie sie ihre Einkäufe erledigen.

Pandemien wie COVID-19 könnten auch weniger offensichtliche Verhaltensänderungen auslösen, die sich aber dennoch auf den Kohlenstoff-Fußabdruck eines Haushalts auswirken können. So könnte die gewonnene Zeit zuhause auch ein Anstieg des Energieverbrauchs in den Haushalten bewirken. Das bedeutet, auch in der Krise ist noch Eigeninitiative gefragt.

 

Was kann daraus gelernt werden?

An der Verbreitung des Coronavirus gibt es nichts zu feiern. Auch dann nicht, wenn es zu einem vorübergehenden Rückgang der Treibhausgasemissionen führt. Bereits frühere Krisen zeigte die Geschichte, dass die globalen Emissionen ziemlich kurz nach dem Ende einer globalen Krise wieder ansteigen.

So liegt es bei uns die Zeit nach dem Virus und unser Konsumverhalten zu überdenken. Zeit haben wir ja nun dazu…

 

Von Christian Anton

 

Quellen:

https://www.scientificamerican.com/article/how-the-coronavirus-pandemic-is-affecting-co2-emissions/

https://queenanfamilymedicine.com/personal-health/dramatic-impact-of-corona-air-pollution-over-italy-goes-back/

https://www.carbonbrief.org/analysis-coronavirus-has-temporarily-reduced-chinas-co2-emissions-by-a-quarter

https://www.theguardian.com/world/2020/mar/10/coronavirus-could-cause-fall-in-global-co2-emissions

 

Einen Kommentar hinterlassen

Alle Kommentare werden moderiert, bevor sie veröffentlicht werden.

Vielleicht was für dich?

“The single biggest threat to our planet is the destruction of habitat and along the way loss of precious wildlife. We need to reach a balance where people, habitat, and wildlife can co-exist – if we don’t everyone loses … one day.” 

— Steve Irwin